Erste Woche im Kloster

 


Erste Woche im Kloster



Liebe Leserinnen und Leser,


vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt, das hier zu lesen. Vielleicht kann ich euch mit diesem Blog einen kleinen Einblick in den Anfang und den Werdegang meiner Klosterzeit in den nächsten sechs Monaten geben und euch ein bisschen davon erzählen, wie ich die ersten Tage und die erste Woche hier erlebt habe.


Zu meiner Person: Mein Name ist Samuele Marino, ich bin 23 Jahre alt und habe mich dazu entschieden, eine Zeit im Kloster zu verbringen. Jeder Mensch hat seine eigenen Interessen, Fragen und Dinge, die ihn bewegen. Für mich war der Weg ins Kloster eine Entscheidung, weil ich dem näher sein wollte, was mir mein ganzes Leben lang Halt gegeben hat: Gott. Auch wenn ich aus einem Umfeld komme, das diesen Glauben nicht unbedingt teilt, hat mich der Glaube trotzdem immer getragen und begleitet. Genau deshalb wollte ich diese Zeit nutzen, um mich bewusst darauf einzulassen und zu schauen, was diese Erfahrung mit mir macht.


Meine erste Woche hier im Kloster ist nun vorbei und sie war voller Eindrücke. Ich wurde von Anfang an sehr herzlich aufgenommen und habe mich schnell willkommen gefühlt. Das hat mir den Einstieg wirklich sehr leicht gemacht.



In dieser Woche haben wir viel vom Kloster gesehen. Durch Bruder Clemens der uns durch das ganze Kloster geführt und uns wirklich so gut wie alles gezeigt hat. Vom Glockenturm bis zu den Weinkellern war alles dabei. Dabei merkt man erst, wie groß dieser Ort ist und wie viel Geschichte hier überall steckt. Auch die Bibliothek und die Schulbibliothek durfte ich sehen. Es gibt unglaublich viele Räume, alte Dinge und Geschichten, die sich in diesem Kloster verbergen.






Außerdem hat er uns gezeigt, wie man den Rosenkranz betet. Das war eine schöne Erfahrung. Besonders spannend war auch, dass wir mit ihm ein selbstgemachtes Brettspiel spielen durften, das viele Fragen rund um den Glauben und das Leben im Kloster enthält. Dabei konnte man auf eine lockere Weise sehr viel lernen.


Während der Woche gab es auch verschiedene Einführungen in den Glauben  in das klösterliche Leben und dessen Traditionen die seid Generationen Bestand haben . Wir haben uns mit Themen wie Gebet, Eucharistie und den Sakramenten beschäftigt und auch gelernt, wie man die Bibel auf eine tiefere Weise lesen kann, darüber hinaus wurden wir bekannt gemacht mit den Traditionen des Chorals, Chorgebete, liturgische Texte und den Psalmen, sodass wir bereit sind für Ora et Labora was soviel bedeutet wie(Beten und Arbeiten) das uns nun 6 Monate begleiten wird.


Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war der Kreuzweg, den ich hier laufen durfte. Das war eine sehr ruhige und nachdenkliche Erfahrung und eine gute Gelegenheit, einfach einmal innezuhalten.




Ich durfte in dieser Woche auch andere Menschen kennenlernen, die ebenfalls eine Klosterzeit machen. Einer von ihnen ist Leon. Er wird allerdings nach dieser Woche nach Kremsmünster in Österreich weitergehen. Außerdem konnte ich zwei Klosterzeitler kennenlernen, die schon vor mir hier waren. Von ihnen zu hören, wie sie ihre Zeit im Kloster erlebt haben, war sehr interessant und auch ermutigend. Beide haben diese Zeit sehr positiv erlebt und würden sie weiterempfehlen.


Im Alltag merkt man schnell, dass das Leben hier einem bestimmten Rhythmus folgt. Zeiten des Gebets und Zeiten der Arbeit wechseln sich ab und bilden eine sehr schöne Harmonie. Diese Balance im Tagesablauf empfinde ich jetzt schon als etwas sehr Besonderes.

Auch bei der Gartenarbeit konnte man dies besonders spüren und der Blick der Gartenbesitzerin Heidi hat uns nie verfehlt.




Nach dieser ersten Woche kann ich sagen, dass ich mich hier wirklich angekommen fühle. Es war viel Neues auf einmal, aber gleichzeitig merke ich, dass dieser Ort mir guttut.


Und vielleicht kann dieser Blog auch anderen Mut machen: Wenn man spürt, dass einen etwas ruft oder interessiert, dann sollte man sich trauen, diesem Weg zumindest einmal nachzugehen.


Ich bin gespannt, was die kommenden Wochen noch bringen werden und lasse die erste Woche die ich im Kloster Einsiedeln verbracht habe, enden als wunderbaren beginn für 6 Monate in Gemeinschaft mit Tollen Menschen die mich teilhaben lassen mit und für Gott zu Leben.

(Und natürlich auch Heidi, geh nochmal nach oben und schau dir das knuffige  Gesicht an.)


Vielen Dank fürs Lesen und bis nächste Woche.



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