Woche 3 im Kloster

 Grüezi lieber Leser, wer du auch immer bist, ich hoffe, du hattest eine schöne Woche.



Meine Woche hier im Kloster war dieses Mal eher ruhig, aber genau in dieser Ruhe lag auch etwas ganz Besonderes, von dem ich dir heute erzählen möchte.


Diese Woche stand für mich unter einem anderen Gedanken als die letzte.

Wenn ich sie in ein Wort fassen müsste, dann wäre es wahrscheinlich: Ankommen.


Nicht dieses Ankommen im äußeren Sinne, sondern eher innerlich.

Ein Ankommen in einem Rhythmus, in einem Alltag, der sich am Anfang noch ungewohnt angefühlt hat und jetzt langsam zu etwas Selbstverständlichem wird.


Die Tage hier sind inzwischen klar strukturiert. Die Gebetszeiten, die heilige Messe, die Arbeit  alles hat seinen festen Platz. Und was mir diese Woche besonders bewusst geworden ist: Es fühlt sich nicht mehr fremd an.



Am Anfang musste ich mich noch einfinden, vieles war neu. Doch jetzt merke ich, wie ich mich immer mehr daran gewöhne. Die Gebetszeiten sind nicht mehr einfach nur Termine im Tagesablauf, sondern werden zu Momenten, auf die ich mich freue.


Auch der Rosenkranz, den ich regelmäßig bete, begleitet mich immer mehr durch den Tag. Gerade in den stillen Momenten oder bei kleinen Spaziergängen wird er zu einer Art Anker.


Die Arbeit im Kloster war diese Woche eher einfach und bodenständig ,aber genau das hat mir gefallen.


Ich durfte für Pater Thomas einige Aufgaben übernehmen. Dazu gehörte zum Beispiel die Pflege und Reinigung im Kloster, wie das Fegen von Fluren oder das Säubern eines Plexiglases, das stark verklebt war. Solche Tätigkeiten wirken auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar, aber sie haben hier ihren ganz eigenen Wert.


Außerdem durfte ich ihn in kleineren organisatorischen Dingen unterstützen und einige Besorgungen für ihn erledigen. 


Auch im Klosterladen habe ich wieder gearbeitet. Diese Arbeit ist weiterhin sehr entspannt und gleichzeitig schön, weil man immer wieder mit den verschiedenen Dingen des Klosterlebens in Berührung kommt.


Neben der Arbeit waren diese Woche auch die liturgischen Feiern etwas Besonderes.


Das Fest des heiligen Josef wurde hier im Kloster gefeiert, und auch der Namenstag des heiligen Benedikt am Samstag hat eine besondere Bedeutung. Solche Tage bringen noch einmal eine andere Tiefe in die Liturgie, weil man merkt, wie stark diese Traditionen hier gelebt werden.


Ein Highlight für mich war, dass ich diese Woche gleich dreimal bei der Messe ministrieren durfte.


Das ist jedes Mal aufs Neue eine sehr schöne und berührende Erfahrung. Wenn man vorne am Altar steht, nimmt man die Messe noch einmal ganz anders wahr. Man ist nicht nur Zuschauer, sondern Teil davon. Und gerade dadurch wird einem vieles bewusster.


Auch die Begegnungen mit anderen Menschen haben diese Woche wieder viel ausgemacht.


Ich hatte einige schöne Gespräche, die teilweise ganz spontan entstanden sind, aber trotzdem sehr tief gingen. Solche Momente sind hier im Kloster keine Seltenheit , und genau das macht sie so wertvoll.


Ein besonderer Ausflug war auch die Wanderung mit Kandidat Max. Er hat mich zum Frauenkloster geführt, und wir sind gemeinsam durch die Natur rund um Einsiedeln gegangen.



Diese Landschaft hat etwas sehr Ruhiges an sich. Beim Gehen, Reden und einfach Dasein merkt man schnell, wie gut solche Momente tun.


Wenn ich auf diese Woche zurückblicke, fällt mir vor allem eines auf:

Es war keine spektakuläre Woche. Keine außergewöhnlichen Ereignisse wie vielleicht in der Woche davor.


Und trotzdem  oder vielleicht gerade deshalb war sie sehr besonders weil man nicht nur merken darf wie der Alltag gelebt wird sondern selbst teil dieses wunderschönen Alltags werden darf.


Denn genau in dieser Ruhe habe ich gemerkt, dass ich wirklich angekommen bin.


Die Abläufe fühlen sich nicht mehr fremd an. Das Gebet wird selbstverständlich. Die Stille wird nicht mehr als leer empfunden, sondern als gefüllt.


Es ist, als würde sich langsam alles ordnen.


Auch Heidi hatte eine entspannte Woche und lässt sich auch gut verwöhnen.





Ich bin gespannt, wie sich diese Zeit weiterentwickeln wird und was die nächsten Wochen noch bringen.


Vielen Dank fürs Lesen und bis nächste Woche.


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