Woche 15 im Kloster
Herzlich Willkommen zu einem neuen Eintrag meines Blogs.
Ich hoffe, du hattest eine gesegnete Zeit und konntest auch in den letzten Tagen immer wieder Momente finden, in denen du innerlich zur Ruhe kommen konntest.
Diese Woche war wieder eine sehr ruhige Woche.
Eine von diesen Wochen, in denen nicht besonders viel passiert und man trotzdem merkt, dass Zeit vergeht.
Nach den letzten Wochen mit vielen Begegnungen und Ausflügen ging es diese Woche wieder mehr zurück in den normalen Rhythmus des Klosterlebens.
Der Alltag begann wie gewohnt.
Klosterladen.
Arbeiten.
Gebetszeiten.
Und einfach da sein.
Im Garten war ich diese Woche tatsächlich nur einmal. Am Montag durfte ich Rasen mähen, aber danach war das Wetter sehr regnerisch und dadurch fiel vieles aus.
Deshalb spielte sich mein Alltag hauptsächlich im Klosterladen ab.
Ich habe Bücher umgelagert, Weihrauch abgepackt und verschiedene kleine Aufgaben übernommen. Es waren keine besonderen Arbeiten – aber genau das mag ich mittlerweile irgendwie daran.
Es sind einfache Tätigkeiten.
Und trotzdem haben sie ihren eigenen Wert.
Am Donnerstag durfte ich wieder mit Beat ins Archiv.
Dort ging es weiter mit dem Ordnen und Strukturieren. Wir haben angefangen, Register anzulegen und alles neu einzuordnen, damit langfristig mehr Übersicht entsteht.
Auch das ist irgendwie eine schöne Arbeit.
Man sieht nicht sofort einen großen Unterschied.
Aber Stück für Stück entsteht Ordnung.
Und manchmal merkt man dabei, dass vieles im Leben genauso funktioniert.
Nicht alles verändert sich plötzlich.
Vieles wächst langsam.
Und genau dadurch bleibt es bestehen.
Katechismusunterricht mit Pater Gerhard gab es diese Woche natürlich auch wieder.
Und wie so oft war es weniger Unterricht als gemeinsames Nachdenken.
Es ist immer schön zu sehen, wie unterschiedlich Menschen dieselben Fragen betrachten und wie viel Tiefe in einfachen Gesprächen entstehen kann.
Das eigentliche Highlight der Woche war dann aber der Samstag.
Wir waren beim Weltjugendtag in Stans.
Und ich muss ehrlich sagen:
Es war ein wirklich schöner Tag.
Dort waren ungefähr 500 Jugendliche zusammen.
Wir haben gemeinsam gegessen, gebetet, Menschen kennengelernt und einfach Zeit miteinander verbracht.
Eigentlich hatte ich einen Kurs gewählt mit dem Thema „Gott alles geben“.
Der Kurs fiel dann leider aus.
Aber im Nachhinein war das gar nicht schlimm.
Stattdessen haben wir einfach mit den anderen Teilnehmern geredet und hatten ganz natürliche Glaubensgespräche.
Über das Leben.
Über Gott.
Über den Glauben.
Über das, was Menschen bewegt.
Und manchmal entstehen die schönsten Gespräche genau dann, wenn eigentlich nichts geplant war.
Später hatte ich dann noch einen Kurs über Maria.
Eine Ordensschwester hat darüber gesprochen, wer Maria eigentlich ist.
Natürlich kennt man vieles schon.
Aber manchmal hört man Dinge aus einem neuen Blickwinkel.
Ein Gedanke ist mir dabei besonders geblieben:
Dass Maria und Josef auf eine gewisse Weise das Vertrauen gelebt haben, das dem Menschen von Anfang an geschenkt wurde.
Nicht Kontrolle.
Nicht alles verstehen.
Sondern Vertrauen.
Und genau dadurch wurde Heil sichtbar.
Das fand ich einen schönen Gedanken.
Außerdem durfte man verschiedene Ordensgemeinschaften kennenlernen.
Unter anderem auch Menschen vom Deutschen Orden.
Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich Menschen ihren Glauben leben und trotzdem alle dieselbe Richtung haben.
Der Tag war wunderschön.
Aber ehrlich gesagt war ich danach komplett fertig.
Es war warm.
Es waren viele Eindrücke Viele Gespräche.
Und obwohl es schön war, habe ich gemerkt, wie viel Kraft solche Tage auch kosten.
Heute am Sonntag war deshalb seit langer Zeit mal wieder ein ganz ruhiger Tag.
Ich habe nichts Besonderes gemacht.
Nur die Gebetszeiten.
Das Essen.
Ein paar Gespräche.
Sonst nichts.
Und ich glaube, genau das habe ich gebraucht.
Wenn ich diese Woche geistlich zusammenfassen müsste, würde ich sagen:
Ich war leer.
Aber nicht leer im schlechten Sinn.
Nicht traurig.
Nicht verloren.
Sondern einfach leer.
Und das hört sich vielleicht komisch an, aber manchmal ist Leere gar nichts Schlechtes.
Weil Leere nicht immer bedeutet, dass etwas fehlt.
Manchmal bedeutet Leere auch einfach, dass gerade nichts in einem kämpft.
Keine großen Gedanken.
Keine starken Gefühle.
Kein ständiges Inneres.
Einfach Ruhe.
Und vielleicht muss man auch nicht jede Woche große Erkenntnisse haben.
Vielleicht reicht es manchmal einfach, da zu sein.
Zu beten.
Zu arbeiten.
Zu leben.
Und Gott den Rest machen zu lassen.
Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden und wohin mich dieser Weg noch führt.
Danke, dass du diesen Weg mit mir gehst.
Ich wünsche dir eine gesegnete Zeit und Momente, in denen du merken darfst, dass selbst ruhige Wochen ihren eigenen Wert haben.
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