Woche 17 im Kloster

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Ich hoffe, du hattest eine gesegnete Zeit und konntest auch in den letzten Tagen immer wieder Momente der Ruhe finden.

Auch diese Woche war wieder eine sehr schöne Woche hier im Kloster. Sie war geprägt von Gemeinschaft, einfachen Arbeiten und vielen kleinen Momenten, die für sich genommen vielleicht unscheinbar wirken, am Ende aber doch ein rundes Gesamtbild ergeben.

Die Woche begann ganz gewöhnlich mit der Gartenarbeit. Durch die sommerlichen Temperaturen waren wir meist schon am Morgen draußen unterwegs. Ich durfte wieder Rasen mähen, Wege pflegen und kleinere Arbeiten rund um den Klostergarten übernehmen. Gerade in den frühen Morgenstunden hat der Garten eine besondere Atmosphäre. Noch bevor die große Hitze kommt, liegt eine angenehme Ruhe über allem. Man hört die Vögel, sieht die Sonne langsam höher steigen und beginnt den Tag ganz bewusst.

Neben der Gartenarbeit verbrachten wir auch wieder Zeit in verschiedenen Werkstätten des Klosters. Gemeinsam mit Bruder  Anton und Reto durften wir ein Glücksrad bauen. Zunächst wurden alle Maße genau angezeichnet, anschließend das Rad vorbereitet, grundiert und später zusammengesetzt.





Diese Arbeit hat mir besonders viel Freude bereitet, weil sie mich an meinen früheren Beruf erinnert hat. Es war schön, wieder handwerklich zu arbeiten und gemeinsam Schritt für Schritt zu sehen, wie aus einzelnen Teilen etwas Neues entsteht.

Am Donnerstag war ich wieder bei Beard im Archiv. Auch diesmal durfte ich etwas Neues kennenlernen.

Wir beschäftigten uns mit der Reinigung alter Pergamente. Teilweise waren diese Dokumente mehrere hundert Jahre alt und mussten mit größter Vorsicht behandelt werden. Mit feinen Werkzeugen entfernten wir Schmutzschichten, ohne dabei das Pergament selbst zu beschädigen.

Es ist faszinierend zu sehen, mit welcher Sorgfalt Geschichte bewahrt wird. Man hält Schriftstücke in den Händen, die schon viele Jahrhunderte überdauert haben, und darf selbst ein kleiner Teil dazu beitragen, dass sie auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

Ein besonderes Highlight der Woche war der Freitagabend.

Im Kloster wurde das neue Einsiedler Bier vorgestellt. Gleichzeitig fand ein gemeinsames Grillfest für die Mitarbeitenden des Klosters und die Mönche statt.

Es war ein wunderschöner Abend.

Bei bestem Wetter kamen alle zusammen, es wurde gelacht, geredet und gemeinsam gegessen. Das Buffet ließ wirklich keine Wünsche offen – von gegrilltem Lamm über Garnelen bis hin zu verschiedenen Salaten und einem reichhaltigen Dessert war alles dabei.

Es war einer dieser Abende, an denen man einfach merkt, wie schön Gemeinschaft sein kann.

Am Samstag stand dann das Alteinsiedler-Treffen auf dem Programm.

Dabei treffen sich ehemalige Schülerinnen und Schüler verschiedenster Jahrgänge des Gymnasiums Einsiedeln. Auf dem gesamten Gelände war einiges geboten. Es gab verschiedene Stände, Bogenschießen und viele Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wir halfen morgens noch dabei, den Stand von Pater Thomas vorzubereiten, bevor das Fest richtig begann.

Auch an diesem Tag durfte ich wieder viele neue Menschen kennenlernen. Es ist jedes Mal erstaunlich, wie offen die Begegnungen hier sind. Oft entstehen innerhalb weniger Minuten Gespräche, die ehrlich, tief und gleichzeitig ganz unkompliziert sind.

Den Abschluss der Woche bildete schließlich der Sonntag.

Ich bekam Besuch von meinem Bruder und seiner Freundin. Gemeinsam verbrachten wir einige schöne Stunden am Sihlsee. Bei den sommerlichen Temperaturen tat das Schwimmen richtig gut. Anschließend gingen wir gemeinsam zur Vesper und ließen den Tag noch bei einem gemütlichen Essen ausklingen, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machten.



Wenn ich diese Woche zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen:

Manchmal zeigt sich Gottes Gegenwart nicht nur in der Stille des Gebets, sondern auch in der Gemeinschaft mit anderen Menschen.

In einem gemeinsamen Essen.

In einem ehrlichen Gespräch.

Beim gemeinsamen Arbeiten.

Oder einfach darin, Zeit miteinander zu verbringen.

Oft suchen wir nach den großen geistlichen Momenten. Doch vielleicht besteht das geistliche Leben viel häufiger aus den kleinen Begegnungen des Alltags. Dort, wo Menschen sich begegnen, einander zuhören und füreinander Zeit haben, entsteht etwas, das sich kaum beschreiben lässt.

Diese Woche hat mich daran erinnert, wie wertvoll Gemeinschaft ist. Nicht, weil ständig etwas Besonderes passiert, sondern weil jeder Mensch, dem wir begegnen, etwas mitbringt, das unser eigenes Leben bereichern kann.

Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden und wohin mich dieser Weg noch führt.

Danke, dass du diesen Weg mit mir gehst.

Ich wünsche dir eine gesegnete Zeit und viele Menschen an deiner Seite, die dir helfen, Gottes Liebe auch im Alltag immer wieder neu zu entdecken.



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