Woche 19 im Kloster

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Ich hoffe, du hattest eine gesegnete Zeit und konntest auch in den vergangenen Tagen immer wieder Momente der Ruhe finden.

Diese Woche war eine dieser Wochen, in denen äußerlich gar nicht so viel passiert ist.

Und trotzdem war sie auf ihre eigene Weise wunderschön.

Der Alltag im Kloster ist inzwischen zu einem festen Rhythmus geworden. Morgens begann der Tag wie gewohnt mit Gebet und anschließend ging es in den Garten.

Da während der Lese weiterhin Gartendienst war, durfte ich viele verschiedene Aufgaben übernehmen. Neben der Gartenpflege gehörte nun auch das morgendliche Füttern der Fische dazu. Blumen mussten gegossen, Beete gepflegt und immer wieder kleine Arbeiten erledigt werden, die dafür sorgen, dass der Garten lebendig und schön bleibt.

Es sind oft genau diese unscheinbaren Aufgaben, die einem zeigen, wie wichtig Beständigkeit ist.

Nicht alles wächst durch große Veränderungen.

Vieles wächst einfach dadurch, dass man sich jeden Tag darum kümmert.

Am Donnerstag war ich wieder bei Beard im Archiv.

Bevor er in den Urlaub ging, konnten wir noch einige Arbeiten abschließen. Gemeinsam restaurierten wir zwei alte Bücher und beendeten die letzten Dokumente, an denen wir in den vergangenen Wochen gearbeitet hatten.

Jedes Mal staune ich darüber, wie viel Geduld diese Arbeit verlangt. Es ist ein schönes Gefühl, einen kleinen Beitrag dazu leisten zu dürfen, dass diese alten Schätze auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

Auch das Ministrieren durfte diese Woche wieder einen großen Platz einnehmen.

Da während der Ferien weniger Ministranten da sind, durfte ich häufiger dienen. Für mich ist das jedes Mal eine besondere Freude, weil ich den Gottesdienst dadurch noch einmal auf eine ganz andere Weise erleben darf.

Ein ganz besonderer Moment war schließlich der Sonntag.

An diesem Tag durfte ich meinen Geburtstag hier im Kloster feiern.

Die Brüder überraschten mich mit einer Geburtstagskarte, auf der viele von ihnen persönliche Worte hinterlassen hatten. Außerdem bekam ich einen Film über das Kloster geschenkt.



Besonders berührt hat mich aber etwas anderes.

Nach dem Essen sangen mir die Mönche gemeinsam ein Geburtstagsständchen.

Es war ein einfacher Moment.

Und gerade deshalb ein wunderschöner.

Solche Gesten zeigen, dass Gemeinschaft oft nicht in großen Dingen besteht, sondern in kleinen Zeichen der Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

Ein Gedanke aus dem Abendgebet hat mich diese Woche besonders begleitet.

Dort ging es darum, anderen das Recht zu geben, nicht alles zu können.

Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr habe ich gemerkt, wie wahr dieser Satz ist.

Mit uns selbst sind wir oft geduldig.

Wir wissen, dass wir Fehler machen.

Dass wir nicht alles können.

Dass wir Zeit brauchen.

Bei anderen vergessen wir das manchmal.

Wir erwarten, dass sie funktionieren, alles richtig machen und unseren Vorstellungen entsprechen.

Doch jeder Mensch trägt seine eigenen Grenzen.

Seine eigenen Kämpfe.

Seine eigene Geschichte.

Vielleicht beginnt echte Nächstenliebe genau dort, wo wir anderen dasselbe zugestehen, was wir uns selbst so selbstverständlich erlauben:

Nicht perfekt sein zu müssen.

Wenn ich diese Woche zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen:

Manchmal sind es gerade die einfachen Wochen, die uns am meisten lehren.

Nicht durch große Ereignisse.

Sondern durch kleine Begegnungen, treue Arbeit und die Erkenntnis, dass wir alle Menschen sind, die voneinander Geduld und Verständnis brauchen.

Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden und wohin mich dieser Weg noch führt.

Danke, dass du diesen Weg mit mir gehst.

Ich wünsche dir eine gesegnete Zeit und Menschen an deiner Seite, die dir das Recht geben, nicht alles können zu müssen – und dass auch du anderen dieses Recht von Herzen schenken kannst.


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